Siedlungsraum und Natur

Sichtbar gewordenes Siedlungswachstum

Samedan 1893Samedan 2004

Seit 1850 hat sich die Einwohnerzahl im Oberengadin verdreifacht. Hier wird seit 1990 die höchste Bevölkerungs-Zuwachsrate alle Bündner Regionen verzeichnet (+16%). Die Siedlungsfläche wächst und hat heute etwa 12 km² erreicht. Dies entspricht etwa der Hälfte der aktuellen Kulturlandfläche im Talboden.

Siedlungen sind keine „ökologischen Wüsten“

Sie bieten Lebensraum für etwa 20 Vogelarten. Allerdings hängt die Artenvielfalt stark von der Siedlungsstruktur ab, und zudem kommen hier nur relativ häufige, nicht gefährdete Arten vor. Aufgelockerte Siedlungszonen wie im oberen Dorfteil von Zuoz bieten recht vielfältige Strukturen, von welchen die Reihe Vogelarten wie der Gartenrotschwanz, die Klappergrasmücke oder der Berglaubsänger profitieren.

Gemeinsame Ziele, gemeinsamer Weg

Kooperationen von Pro Lej da Segl und Schweizerischer Vogelwarte Sempach

Es gilt, das Kapital Landschaft im Oberengadin zu erhalten. Als Lebensraum für Mensch und Natur. Die Pro Lej da Segl hat die Seenlandschaft durch jahrzehntelanges Engagement vor intensiver Nutzung (Kraftwerkbau) und grossflächiger Überbauung bewahrt. Zusammen mit der Schweizerischen Vogelwarte sollen nun die ökologischen Werte erhalten und wenn möglich gefördert werden.

Mensch und Natur im Einklang – mit Hilfe naturwissenschaftlicher Grundlagen

Eine Übersicht über das Vorkommen und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten in der Silser Ebene dient dazu, Prioritäten für Schutz- und Fördermassnahmen zu setzen. Diese sollen danach in Absprache mit den Betroffenen schrittweise umgesetzt werden.